Call of Duty Modern Warfare 2

16.11.2009, 21:42 Uhr · von luc

Oscar Mike and Out!

Alle Jahre wieder um dieselbe Zeit erscheint bei Activision ein neues Call of Duty, abwechslungsweise ein gutes, dann wieder ein schlechtes, je nach dem, welches Entwicklerstudio hinter dem neuen Titel steckt. Während die Treyarch Titel mehr da sind um die Kassen zu füllen und Altes neu aufzuwärmen, setzt das original Studio mit seinen Call of Duty Titeln immer neue Standards. Zwei Jahre ist es nun her, als sie uns mit CoD 4 Modern Warfare, dass nun nicht mehr im Zweiten Weltkrieg angesiedelt ist wie alle Vorgänger, in Staunen versetzten und einen der besten Multiplayer Titel auf den Markt brachten.

An den Erfolg von Modern Warfare anzuknüpfen ist ein sehr schwieriges Unterfangen, da es bis zum heutigen Zeitpunkt noch immer von tausenden Spielern rund um den Globus gezockt wird. Dies nicht zuletzt dank dem schon erwähnten Mehrspieler Modus, welcher durch seinen unglaublichen Umfang und dem Leveling-, seinem Klassen- und Erweiterungssystem brilliert. Doch dabei vergisst man leicht, das eigentliche Herzstück, wie die Entwickler uns sagte, die Kampagne, in der ihr in die Haut verschiedenster, noch unbekannten Soldaten unterschiedlicher Streitkräfte schlüpft und den Kampf gegen den Terror aufnehmt.

Im neuen Modern Warfare 2 ist natürlich eine spannender Singleplayer mit von der Partie. Fans welche schon frühere Teile gespielt haben, werden alte Bekannte antreffen und mit Ihnen wieder Seite an Seite in den Feldzug gegen die neuen und gleichzeitig alten Feinde treten. Wie schon zu vermuten war, so ist auch hier wieder das Ende offen und lässt uns auf ein Moder Warfare 3 hoffen. Doch nebst der Kampagne ist selbstverständlich ein erweiterter Multiplayer Modus beigelegt und der brandneue Spec Ops Mode, in welchem ihr mit einem Freund in verschiedenen Herausforderungen und Challanges euer Können beweist, sei dies im Verteidigen, Angreifen, Vorbeischleichen oder im Snowmobile rennen.

Vor allem ist dieser vermutlich angefügt worden, weil der Singleplayer, je nach eurem Talent im Shooter-Bereich, nur einen Umfang von fünf Stunden aufweist. Doch in diesen Stunden werdet Ihr in alle Möglichen Sphären des Kampfes geschleudert. Von den tiefsten Tiefen der Ozeane, bis in die endlosen Weiten der Weltraums. Es ist eine erfrischende Abwechslung zusammen mit einem Freund sich den Herausforderungen des Spec Ops anzunehmen, und wer es ensthaft nimmt, wird sich das ein oder andere Mal die Zähne ausbeissen, da vor allem auf der Stufe Veteran, so manches vom Spieler abverlangt wird. Alles weitere nun im Review.


Gameplay

Wie gewohnt und schon erwähnt, begebt Ihr euch abwechseln in die Rolle eines Soldaten, verschiedenster Organisationen und jagt so euren gemeinsamen Feind. Dies wie in gewohnter Firstperson Manie, neu und erstmals auch in exotischen Fahrzeugen, welche Ihr teilweise selbst steuern könnt. Dadurch ermöglicht, dass mit der neuen Engine grössere Levels zu schaffen sind. Auch im neusten Teil ist es euch jedoch wieder verwehrt, die Kampagne mit einem Freund zu bestreiten. Einzig und alleine ist hier der Spec Ops wieder euer einziger Wehrmutstropfen.

So abwechslungsreich dieser auch sein mag, für all die kleinen Defizite die Ihr während dem Spiel antrefft, wird er doch fast zu sehr überschätzt. Doch zurück zum eigentlichen Gameplay. Hier hat sich im vergleich zu CoD 4 nicht viel geändert. Nebst dass eure Auswahl an Waffen grösser wurde, und nun Ausrüstungsgegenstände wie Riot-Shields, einen Radaraufsatz für eure Waffe etc. umfasst, sind keine grösseren Unterschiede anzutreffen.

Auch die im Vorfeld propagierten neuen Umgebungen in denen Ihr kämpfen könnt, sein dies zu Wasser oder im All, stellen sich später mehr oder weniger als Lockvogel heraus. Einzig und alleine ein Feature, welches euch in wichtigen Momenten in Bullettime versetzt, ist gänzlich neu und sorgt für kleine Abwechslung zwischen durch. Ansonsten alles wie eh und je, jedoch hält der Multiplayer eine Überraschung besonderen Artes parat.

Ein durchaus gelungener 3rd Person Mode wurde dem Spiel spendiert, welcher euch erlaubt, euren Charakter mit Hilfe der Schulterkamera zu steuern. Dies verändert das Online-Gameplay drastisch, denn nun könnt ihr gleich, Titeln wie Gears of War, euch in Deckung begeben und mit Hilfe der Kamera um die Ecken schauen und so euren Gegner einen Schritt voraus sein. Doch trotzdem ist und bleibt die Ego Perspektive die einzig wahre Option einen solchen Shooter zu geniessen.


Grafik

Deutlich sieht man, dass die schon in CoD 4 Modern Warfare verwendete Grafikengine, langsam ins Alter gekommen ist. Sie wurde dennoch auch im neusten Ableger der Serie verwendet. Umgebungen, Gras, Horizonte wirken recht trist, wurden aber dafür in Ihrer Grösse mächtig erweitert. Einzig und alleine an den Waffen, und das ist doch auch das einzige was wirklich zählt, haben die Entwickler erneut Hand angelegt. Komplett neu wurde euer Set erstellt, sodass die im Vorgänger schon unglaublich aussehenden Schiesseisen nun noch realistischer wirken.

Wie angesprochen leidet jedoch der ganze grafische Rest optisch unter der Engine. Dennoch wurden vom Design her, technisch sehr anspruchsvolle und geniale Umgebungen geschaffen die einiges wieder wettmachen. So kämpft ihr in den Slums von Rio, den eisigen Gipfeln des Asiatischen Kontinentes, erlebt Touren durch tiefblaue Meere und einen (zusätzlichen) Sonnenaufgang in der Atmosphäre.

Die Grafik muss nicht immer top sein, was uns auch schon andere Titel klar gemacht haben. Solange das Gesamtbild stimmt. Genau dies ist auch bei Modern Warfare 2 der Fall. Wer eine optische Offenbarung sucht, dessen Wahl ist das neue Call of Duty sicherlich nicht. Wer aber Action die seines Gleichens sucht, finden möchte, der liegt mit diesen Titel goldrichtig.


Sound

Ja, es gibt eine Deutsche Sprachausgabe, doch seien wir mal ehrlich, wer kann sich damit schon abfinden. Darum wird hier ausschliesslich die original Englische Version bewertet. Den nur hier hört man die Feinheiten und eingebauten Raffinessen heraus, die Wortwitze, Konstruktionen welche dem Spiel eine erfrischend andere Atmosphäre bereiten, wenn man z.B. streitet, welches Gebäude denn nun bombardiert werden soll oder den Unterschied zwischen Brits und Amis ausmachen will.

Nebst diversen Soundeffekten wie Explosionen, Schussfeuer etc. kommt ist diesmal ein gelungener Soundtrack mit im Boot. Dieser wird tritt nicht nur im Multiplayer auf, sondern wird vor allem in der Kampagne gewusst wie eingesetzt. Ein so entstehendes Ambiente lässt euch ganz in das Spiel versinken und hautnah an den Geschehnissen eurer Soldaten teilhaben. Gleicher Art gibt es nicht viele, von den unglaublichen Kompositionen und Kreationen in den hitzigsten Gefechten oder den traurigsten Momenten am Ende einer gescheiterten Mission, eines Soldatenlebens.


Multiplayer

Wie gewohnt könnt Ihr eure eigene Klasse erstellen, Primär- und Sekundärwaffe wählen. Diese anschliessend mit Zusätzen versehen, welche Ihr durch das Abschliessen von Challanges freigeschaltet habt. Doch hier bei den Challanges trifft man schon den ersten Unterschied an. Neue Aufgaben sind hinzugekommen für neue Aufsätze sowie auch der Umfang, sprich die anzahl und Voraussatzungen, Kills etc. zum abschliessen, wurden deutlich erhöht. Doch nicht nur die Waffen, machen euren personalisierten Charakter aus. Auch die zugeordneten Fähigkeiten sind im neuen Teil wieder mit dabei.

Diesmal lassen sich diese sogar verstärken, indem man häufig von Ihnen Gebraucht macht. Es erweitern sich Ihr Effekte Ihr profitiert umso mehr von den „kleinen Helferchen“. Zudem, wenn es euch gerade schlecht geht und Ihr auf keinen grünen Zweig kommt, schalten sich zusätzliche Erweiterungen ein, welche euch zu mehr Leben etc. verhelfen. Neu kann man auch die Killstreak-Belohnungen, welche früher UAV, Heli- und Flugzeugangriff waren, selbst bestimmen. Sprich man kann auswählen für welche Anzahl von Abschüssen, man was bekommt. Neu dabei, nebst diversen Helikoptern, Flugzeugen und Zufalls-Kisten, auch nützliche Tools, wie z.B. stationäre MG’s oder taktische Nuke’s, mit sofortigem Spielende als Folge.

Mit euren Soldaten zieht ihr dann in einer Variation von neuen und alten Karten, gegen eure Kontrahenten in die Schlacht. Wobei man sagen muss, dass die neuen Karten nicht an die von CoD 4 herankommen und teilweise zu gross für eine spassige Partie sind, zumal ein kein Minimum an Spielern gibt. Und so kann es vorkommen, dass man zu sechst in zwei Teams auf der grössten Karte versucht, gegeneinander zu kämpfen.

Dies wäre jedoch auch der einzige negative Punkt am ganzen. Vom CoD Niveau her betrachtet ist ansonsten nicht an dem Multiplayer zu bemängeln und macht mit einem erweiterten Levels, welche nun bis 70 gehen und dem anschliessenden Prestige Mode, den Liebhabern eine menge Freude. Wer jedoch mit dieser Art von Multiplayer schon in der Vergangenheit nichts anfangen konnte, der wird diesem Mode auch in neuer Auflage nichts abgewinnen können.


Fazit

Wer die alten Teile mochte, wird den neuen lieben. Eine spannende Kampagne, herausfordernde Spec Ops Missionen und ein gewaltiger Multiplayer, welcher nun auch à la Halo neue Funktionen wie Orden, Killserien etc. enthält, werden den Spieler unzählige Stunden an dieses Spiel fesseln. Nicht nur für jeden Shooter sondern auch Actionliebhaber ist dies ein Pflichtkauf. Und für Leute mit schwachen Nerve, hat es im Spiel sogar eine Funktion, mit der man „offending Scenes“ von seinem Bildschirm zu verbannen mag. Was in der Deutschen Version per Default eingestellt ist, lässt das Gameplay leider aber und zu sehr leiden. Darum ist zum Kaufe nur die Englische Ausgabe in Betracht zu ziehen, auch des Sounds wegen.

0 pts#1: SESF|dario @ 16.11.09 22:31
gut geschrieben. Hört sich ganz interessant an das Spiel.
0 pts#2: ieS|mat1 @ 17.11.09 16:48
da Game rockt alles!
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