Forza Motorsport 3 Review

01.11.2009, 23:17 Uhr · von luc

Auf in die neue Runde!

Legendär und unvergessen, so muss man Forza Motorsport, das Original für die Xbox beschreiben. Was daraus folgte waren enorme Ansprüche an die Fortsetzung, Forza 2, welche vor mehr als zwei Jahren den Weg ins Regal fand. Doch leider enttäuschte der Teil vor allem optisch durch unscharfe Kanten, relativ monotone Umgebungen und eintönigem Dekor am Strassenrand. Nichts desto trotz war es ein geniales Rennspiel, nicht nur der vielen Community-Features wegen, welche viele spassige Onlinestunden versprachen.

Doch da Forza nun mal eine Simulation ist, litt es und stand im Schatten des erfolgreicheren Colin McRae DiRT welches durch seine simple Steuerung und geniale Grafik dem Casual-Gamer schneller Freude bereitet und überzeugte. Und so war Forza 2 schon relativ schnell weg vom Fenster und vom Fokus der Medien, welche sich auf den Neuling des Genres Stürzten, vor allem weil er auch auf mehreren Plattformen erhältlich war.

Auch dieses Jahr hat Codemaster einen Titel, eine Fortsetzung ihres erfolgreichen DiRT's im Handel. Doch wie schon darüber geschrieben, hinterliess dieser Teil einen eher Faden Eindruck im Vergleich zu dem was wir erwartet hatten. Ähnlich wie mit der ersten Fortsetzung Forza's. Beste Voraussetzungen für Turn 10, das Entwicklerstudio, welches hinter Forza steht. Dies ist die Chance, den Thron wieder für sich zu beanspruchen. Auf in zweite, neue Runde!

Mit Forza Motorsport 3 wird uns ein Racer noch nie dagewesenen Umfanges, Tiefe, Komplexität und natürlich optischen Auftritts serviert. Alle Mängel des zweiten Teiles wurden behoben, neue Funktionen hinzugefügt, beliebtes erweitert. Dies ist die erste würdige Fortsetzung der Serie. Alle Fakten im Detail nun folgend im Review.


Gameplay

Beginnen wir mit einem zuerst eher vermeidlich dezentralen Feature welches die Entwickler in Forza 3 Implementiert haben. Dem Rewind. Zurückspulen nach einem Crash, einer falsch geschnittenen Kurve, einem Drift der im Leeren endete. Man drück (meinst funktioniert es) nur kurz auf die Back-Taste und schon hat man die volle Kontrolle über die Zeit. Nicht wie in anderen Titel welche ein solches Feature habt, wird man bestraft oder hat nur die Möglichkeit die letzten 10 Sekunden zu kontrollieren, nein man hat weder Strafen noch einen limitierten Raum der Zeit.

Doch wieso nenn ich dieses Feature an erster Stelle? Die wahre stärke offenbart sich im Zusammenspiel mit den Schwierigkeitsstufen, bzw. den variierbaren Fahreinstellungen, den Hilfen, der Möglichkeit manuell zu schalten, realen Schaden zu aktivieren etc. mit dessen Einstellungen ihr den Multiplikator eure Gewinnsumme erhöht. Nie mehr crasht man am Ende eines Rennens in einen Baum, müsst von vorne anfangen etc. Nie mehr versinkt man im Frust von Platz 1. Auf den letzten verdrängt worden zu sein, weil eine Drift in die Hose ging. Nie mehr stellt am deswegen die Schwierigkeitsstufe zurück und überlässt das Schalten etc. dem System, welches natürlich einen monotoneren aber einfacheren Ablauf schafft.

Nein im Gegenteil. Man erhöht sie weil man sich motivieren kann dazu. Eine nächst höhere Stufe muss man nicht beherrschen um Sie zu aktivieren, sonder man lernt sie erst zu beherrschen während man sie einsetzt, da das Spiel einem seine Fehler jetzt verzeiht. So steigt nicht nur der Spielspass sonder auch der Skill-Level eines jeden Spielers markant. Und es motiviert ungemein, wenn man sieht welche Fortschritte man gemacht hat, z.B. im Vergleich zur einfachsten Stufe, wo das Fahrzeug sogar selbst bremst in den Kurven.

Nun weg von der Steuerung hin zum eigentlichen Spiel. Eure virtuelle Karriere ist jeweils in einzelne Jahre gegliedert, bzw. jeweils eine Bestimmte Wochenanzahl die sich mit jedem Jahr erhöht. Unter der Woche nehmt ihr an autospezifischen Cups teil, zu dem je drei oder mehr Rennen zählen. Die Dauer ist hierbei zwei Wochen und nach Abschluss eines Cups könnt Ihr an der Meisterschaft teilnehmen, welche auf den Leistungsindex der Autos verweisen, sprich die Autoklasse (F-R1). Nebst dem Karrieremodus lassen Sich all diese Events in der Gesamtübersicht einzeln auswählen, wo Ihr auf alle 220 Rennen Zugriff habt. Und falls Ihr genug habe vom wettkämpferischen Fahren, so könnt Ihr in Free Race in euer Lieblings Auto steigen, Strecke auswählen und sofort drauf losfahren ohne irgendwas im Vorfeld erwerben zu müssen oder Freigeschaltet zu haben.

Im Karrieremode jedoch benötigt man ein entsprechendes Fahrer-Levels um Strecken und Fahrzeuge freizuschalten. Nach jedem gewonnenem Race gibt es für euch Erfahrungspunkt, welche immer fix sind. Hierdurch gelangt Ihr Stück für Stück durch die ganze Karriere, bis zum Schluss hin, wenn Ihr Level 50 erreicht habe und euch alle Türen offen stehen. Zusätzlich haben auch die Autos ein Stufensystem, wobei hier Level 5 das Maximum ist. Mit jedem Aufstieg hier, schaltet Ihr euch neue Tuning-Teile und Rabatte bei den Hersteller frei.


Grafik

Was braucht man hier mehr zu sagen, als das Forza das erste Xbox 360 Spiel ist ,welches eine Installation erfordert, weil die Models und Texturen der Fahrzeuge nicht auf einer Duallayer DVD Platz haben. Früher wiesen die Autos vor allem auf HD-Screens gezackte Kanten auf und flimmernde Schatten, welches in Kombination mit der teilweise recht fad gestalteten Umgebungen manchmal einen recht flauen Nachgeschmack hinterliess. Zudem war neben der Strecke auch nicht viel los, ab und zu mal eine Absperrung, eine Zuschauer Tribüne, das war es.

Doch nun da dies seinen eigenen Platz auf einer zusätzlichen DVD gefunden hat, gehört all das der Vergangenheit an. Unglaublich detailreiche Strecken, mit phänomenalem Weitblick und Settings lassen ein Feeling sondergleichen aufkommen. Ein weiterer Punkt ist das Design. Ganz in Weiss präsentiert sich der neuste Teil und, wie auch am Logo zu erkennen, stilsicher auf ganzer Linie. Einzig und alleine sein bei der Grafik vielleicht die 1080p Auflösung zu bemängeln, welche teilweise unschöne Kanten im Sonnenlicht an euren Autos aufkommen lässt. Ansonsten erstrahlen eure Boliden in noch nie gesehenem HD-Look der euch den Kiefer runterfallen lässt.


Sound

Überraschen gut ist der mit britischem Akzent versehene Sprecher der euch durch die ganzen Menüs geleitet. Dies schaffte eine überaus edle Atmosphäre in Zusammenspiel mit dem Weiss-in-Weiss gehaltenen Menü. Speziell ist soundtechnisch jedoch vorzuheben, dass euer Vehikel nach jedem Tunig nicht nur anders zu handhaben ist, sondern der Unterschied auch akustischen vernehmbar ist. Vor allem wenn man manuelle Gangschaltung aktiviert hat, kann man es deutlich heraushören. Wo vor dem Tuning eine lahme Ente auf der Strecke war, ratternd bei jedem Schalten, steht anschliessend ein Super-Flitzer dessen Gänge schnell und ohne Unterbrechung schalten.

Auf der musikalischen Seite, sprich das Repertoire an eingekaufte Musik, sind zwar wirklich gute Stücke vorhanden, allerding muss man sagen, dass es nicht gerade sehr umfangreich ist und man während eines Cups sicherlich schon ein Mal durch die ganze Playlist durchgehen kann. Deshalb tendiert man eher dazu im Pausenmenü die Musik während des Rennens runter zuschrauben und lieber das Dröhnen der Motoren zu vernehmen wollen.


Multiplayer

An erster Stelle steht die Community. Sprich es wird grossen Wert auf eine nahtlose Integration der Onlinefeatures gelegt. Nebst einfachen Online-Racing, dass euch Forza 3 selbstverständlich bietet, sind es all die anderen Funktionen die die Community erfreuen wird. Herzstück dabei ist eure Storefront in welcher ihr euer Online-Profil verwalten könnt. Hierzu gehört vor allem eurer User-Generatet Content. Nebst Lackierungen, die man in einen unglaublich umfassenden Paint-Studio analog dem zweiten Teil auf sein Auto zaubert und den unzähligen atemberaubenden Fotos, setzt Forza hier zusätzlich, im Vergleich zum Vorgänger noch einen drauf.

Neu gibt es nicht nur einzelne Bilder, nein sonder auch die Bewegten, sprich Ihr könnt eure eigenen Filme erstellen und auf forzamotorsport.net laden und der ganzen Community anbieten. Dann könnt Ihr auch eure Tuning-Einstellungen, welche speziell für jedes einzelne Fahrzeug von euch erstellt werden können, euern Mitspielern gegen Credits verkaufen. Ja sogar ganze Autos im gewohnten Auktionshaus sind zur Versteigerung freigegeben. Leute die über kein Xbox-Live verfügen seinen mit einem lokaler Multiplayer, welcher mit von der Partie, vertröstet, in dem Ihr euch mit einem Freund messen könnt. Leider auch wieder nur zu zweit und so wird der Fundus der 4-Spieler-Games der Xbox im Racing-Bereich wieder nicht erweitert.


Fazit

Im Nachhinein scheint Forza 2 wie ein Game das die Spielergemeinschaft auf das finale Forza, Forza 3 vorbereiten sollte (Gran Turismo Prolog welche jeweils vor den „eigentlichen“ Titeln erscheinen machten dies ja schon vor). Denn die unterschiede der zwei Titel sind relativ Minim, machen jedoch ein Komplett anderes Spiel aus.

Für jeden Rennfan ist dies ein Pflichtkauf, denn Forza Motorsport 3 ist eines der besten Rennspiele überhaupt und verdrängt jeden Konkurrenten von Throne. Alleine schon der Karrieremodus ist so umfassend mit seinen 220 Wettkämpfen dass ihr Tage damit verbringen könnt, hinzu kommt aber noch der Onlinemodus, welches euch nahezu beliebig lang an Forza 3 fesseln wird. Und wie man sehr schön sieht hat es auch bereits schon bei gamersNET Einzug gefunden.

0 pts#1: rolfu @ 03.11.09 21:03
Die native Auflösung ist 720p und wird lediglich durch die Xbox hochskaliert auf 1080p. Mehr gibts somit nicht zu sehen. Viel wichtiger ob nun 720p / 1080p oder 2-3 Bäume mehr am Strassenrand ist die Tatsache, dass das Game mit 60fps läuft. Dies trägt nämlich entscheidend zum Fahrgefühl bei. Dagegen sieht NFS und Co. wie eine Ruckelorgie aus...
0 pts#2: luc @ 04.11.09 23:02
Hehe, genau!! EA sollte lieber mal ein Jahr aussetzen mit seinen NFS Titeln, dafür aber uns wieder mal einen auf dem Niveau der ersten Teile bescheren.
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