 Welcome to Arkham!
Batman, Superman … Ja, so weit kommen wir wenn wir vor der Aufgabe stehen, Helden auf dem DC Universum aufzuzählen. Bei einer solchen Auswahl von bekannten Persönlichkeiten, bleibt dem Verleger der Detective Comics nichts anderes übrig, als ein Maximum aus seinen Charakteren zu schöpfen. So passiert dies auch mit Batman in einem Zyklus von ungefähr 10 Jahren. In den 90er bescherten man uns damals drei, mehr oder weniger gute Filme der Fledermaus, die wir alle schnell vergessen möchten. Hinzu kamen Spielumsetzungen die dem Horror auf der Leinwand in nichts nachstanden. Neues Jahrzehnt, neuer Versuch. Diesmal gelang alles.
Mit Batman Begins wurde der erste Meilenstein des Revivals von Batman gelegt. Der Auftakt zu The Dark Knight, ursprünglich aus der Feder von niemand geringerem als 300-Schöpfer und Comic-Legende Frank Miller. Nun ist es ein Jahr, nachdem Bruce Wayne sich gegen Joker verausgabt hat. Ein Jahr in dem die Entwickler von Rocksteady den Film als Werbung nutzen konnten, ein Jahr indem sie Arkham Asylum der zur Vollendung bringen konnten.
Doch ist das im Vorfeld schon heiss erwartete Game, dass als DAS Batman-Spiel, ja als DAS Comic-Spiel in die Geschichte eingehen soll, was und zumindest die Entwickler gläubig machen wollen, auch tatsächlich wahr? Die Mischung aus Action-Gameplay, Rätselspass, den bekanntesten Batman-Gadgets und niemand geringerem als den Joker als Feind, lässt uns zittern und nicht nur hoffen dass das Spiel dem Hype standhält, denn wir möchten Batman nach seiner Performance in The Dark Knight, nicht wieder in sein tiefes Loch fallen sehen, aus dem er sich so grandios empor gearbeitet hat.
Gameplay
Die erste Eigenheit von Arkham Asylum ist das sogenannte Free-Flow Kampfsystem. Hiermit entledigt Ihr euch Horden von Gegnern in einem dynamisch gestalteten Ringkampf, in dem Ihr nicht nur eure Fäuste sprechen lassen könnt, sonder auch eure diversen Gadgets einzusetzen vermögt. Die Entwickler waren so begeistert von diesem System, dass sie zusätzlich einen Challange Mode geschaffen haben, indem Ihr nichts anderes tut, als eine möglichst grosse Anzahl von Gegner, möglichst „kreativ“ zu besiegen. Doch zurück zum Hauptspiel.
Dies verbring ihr in der, wie soll man sagen… Links ausgerichtete Schulterkamera. Zuerst ein bisschen gewöhnungsbedürftig, da Batman eure Linke Bildschirmhälfte fast ganz verdeckt. Ausser eben während dem Kampf. Wie schon gesagt, galt dieses grosse Augenmerk, dem Free-Flow Combat. Dies ist jedoch nichts anderes als, dass eure Kamera herauszoomt und alle Gegner auf den Bildschirm sichtbar sind. Nun Bahnt ihr euren Weg durch Kombination von X (Schlägen) und Y (parieren von Attacken). Habt ihr den Combo-Meter in die Höhe getrieben so könnt Ihr einen Special Move ausführen, wie z.B. Gegner Werfen etc.
Seid ihr nicht gerade am vermöbeln böser Jungs, so erforscht ihr die, leider etwas zu knapp geratene Halbinsel Arkham. In den jeweiligen Gebäuden befinden sich eure Hauptmissionen die ihr linear durchgeht. Doch Backtracking ist auch hier angesagt. Denn während dem Spiel erhält ihr für jeden besiegten Gegner, jedes gelüftetes Geheimnis (Versteckte Trophäen finden etc.) Erfahrungspunkte, mit denen Ihr eure Rüstung verbessern oder eben neue Gadgets erwerben könnt um in vorherigen Missionsgebäuden die unerreichbar scheinenden Gebiete auszukundschaften.
Arkham Asylum bietet abwechslungsreiches Gameplay, jedoch nicht ganz bis zum Schluss. Eine Überstrapazierung des Free-Flow Combat, nahe dem Endboss, kommt auf und beschert einen monotonen Abgang. Leider schade, doch überall sind solch kleine Fehler welche die grandiose Atmosphäre dämpfen. Sei es nun der Detective Mode bei der Grafik, die automatischen Kommentare bei Sound, oder eben der Free-Flow im Gameplay.
Grafik
Gears of War? Nein, Arkham Asylum! Wieso könnte man sich diese Frage stellen? Sei es die gleiche Art von Texturen, der leichte Lag beim Laden neuer Szenen oder der unglaubliche Detailreichtum der Bilder? Ein Spiel mit GoW zu vergleichen ist immer ein Lob, und sei es auch um die kleinen Störungen im Bildaufbau. Arkham erstrahlt in einem bezaubernden optischen Glanze, der euch in seinen Banne ziehen wird. Ihr seht wie sich die Halbinsel im Laufe des Spieles verändert, düsterer wird, Atmosphäre aufbaut. Schade nur, dass ihr die meiste Zeit im Detective Mode verbringen werden, insofern ihr das Spiel so zockt, wie es zu zocken „gedacht“ wurde. Ein alles überdeckender blauer Schleier verhüllt hier euer Visier und zeigt lediglich Geheimnisse oder Missionsziele in Orangetönen an.
Doch davon abgesehen ist die optische Präsentation umwerfend. Dank der Unreal Engine aus den Hause Epic Games macht Arkham Asylum grafisch so einiges wett. Selbst in Aussenbreichen geht die Engine nicht in die Knie. Auch die Charaktere sind mit unglaublicher Tiefe geschaffen. Jeder einzelne Muskel im Gesicht eurer Gegner strömt die Schmerzen von Batmans Schlägen aus, wenn sie geschlagen zu Boden sinken.
Doch zurück zum Levelbau. Hier wurde mit vielen Varianten gespielt und mit der Engine rumgetüftelt. So reichen die abwechslungsvollen Umgebungen über tropische Gewächshäuser, Kanalisationen bis hin zu den für Arkham typisch gotischen Bauten. Abwechslung pur auch beim dunklen Ritter, der merklich Schaden im Verlaufe des Spieles nimmt.
Sound
Moderiert wird der Unterhaltungsabend auf Arkham von Gastgeber Mr. J. aka The Joker. Mit ihm entsprechenden Sprüchen verfeinert er euren Gang durch das Asylum. Dies schafft Abwechslung in der sonst eher ruhigen und düster gehaltenen Atmosphäre von Arkham. Nebst einer brillanten Synchronisation der Englischen Ausgabe (keine andere ist hier zu empfehlen), könnt ihr durch Aufzeichnung der Gespräche von Schurken einen tiefen Einblick in die Welt von Bruce Wayne & Co. erhalten.
Die entsprechenden Files findet ihr die über ganz Arkham verstreut. Perfekt sind auch die Soundeffekte gelöst. Schläge, Explosionen einfach auf alles was ein gutes Spiel ausmacht wurde hier geachtet und grandios umgesetzt. Doch oft werden diese durch Unterbrechungen seitens Joker oder anderen Gegner gestört. Auch das automatische Abspielen gefundener Aufzeichnungen wirkt sich auf die Dauer hin als nervig ab und man hat keine Chance das Gespräch zu überspringen.
Fazit
Trotz einigen Mängeln überzeugt Batman Arkham Asylum und ist für jeden Liebhaber und zukünftigen Liebhaber unbedingt zu empfehlen. Vor allem, das nach Abschluss des Spieles offenstehende Arkham Irrenhaus fesselt den Spieler auch nach dem Ende noch für viele weitere Stunden, bis schliesslich auch das letzte Geheimnis geknackt wurde. Zwar nicht die Offenbarung und Revolution die erhofft wurde aber einer der besten Titel in diesem Jahre. Ja leider wurde in dem Design auf den alten Fundus der Batman Comics zurückgegriffen, welche manchmal eigen sind. Man hätte vielleicht auf den Gedanken kommen können, dass genau solche Sachen zum Untergang in der Vergangenheit geführt haben könnten und sich mehr dem „realeren“ Design der aktuellen Filme anpassen.
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