X-Men Origins: Wolverine

09.05.2009, 18:22 Uhr · von luc

Entfessle Wolverine!

Seit Wolverines erstem Auftritt in einem Hulk-Comic vor Jahrzehnten, hat er sich auf einem beschwerlichen Weg in die Herzen der Leser gekämpft und Ihm wurde Platz 1 auf vielen Charts der besten Comic-Helden aller Zeiten zu Ehren. Doch den meisten wurde er erst, bzw. vor allem durch die X-Men Filme in den letzen Jahre ein Begriff, in denen er massgeblich mitwirkt. Wie auch schon den Comiclesern vor Jahren, so wurde auch den jüngeren Fans heute, die Vergangenheit von Wolverine lange Zeit vorenthalten. Mit Origins, gleich heissend wie die Comics die den Leser über Wolverines Geschichte berichtet hatten, kommt nun die neuste Verfilmung der X-Men ins Kino, welcher diese Geschichte auch dem breiten und neuen Publikum des Filmes nahe bringen möchte.

Und wo ein Film, basierend auf einem Marvel Comic ist, so ist das entsprechende Game zum Film auch nicht weit. Ja, wir kennen es. Es gibt wohl keine bessere Voraussetzung für ein schlechtes Game, als dieses Spiel zum Film Szenario. Doch frohen Mutes verkündeten und die Entwickler, welche diesmal kein No-Name Studio sind, sondern die Köpfe welche uns schon Quake 4 bescherten, dass sich jetzt ein für alle Mal beweisen wird, dass auch solche Spiele gelingen können. Dies zumal Sie nicht primär den Film als Vorlange genommen haben, sondern vielmehr die Origin-Comics.

Wollte man die Überzeugung der Entwickler vorerst nicht teilen, so muss man im Nachhinein sagen, dass etwas an Ihrer Aussage dran war. X-Men Origins: Wolverine ist und bleibt ein typischer Spiel von einem Film Fall, jedoch ist es eines der besten das die Spielgemeinschaft je gesehen hat. Dies auch dadurch dass man wirklich die Fans und Wolverine Liebhaber ansprechen wollten. Dies schliesst halt automatisch aus, dass der Spieler seine Gegner wie in all den anderen Titeln, mit Seidenhandschuhen anfasst, sonder sie mit gewohnter Wolverine Brutalität in ihre Schranken weist.

Deshalb auch mit 18+ versehen und viel Rot. X-Men Origins: Wolverine ist für jeden Fan etwas, es ist einfach Wolverine-Pur und zeigt auf, welch eine zerstörerische Wirkung in sechs Adamantium-Klingen liegt. Zwar ist es immer noch ein Fall für die Spiel-zum-Film-Schublade, doch dort liegt es ganz zu oberst. Nun jedoch zum ausführlichen Review damit Ihr seht, was genau in dem neuen Titel alles drin steckt, und wieso Wolverine der Anfang des Endes schlechter Filmumsetzungen sein könnte.


Gameplay

Langweiliges Button-Smashing, immer die gleichen unspektakulären Combos, Stunde für Stunde bis man einfach nur noch Abstellen möchte und sich fragt wieso man schon wieder in die Falle der Filmumsetzungen getappt ist. Nein, nicht bei Wolverine. Seit der ersten Sekunde herrscht rege Abwechslung auf dem Bildschirm und beschert dem Spieler Spass am Spiel und haltet den Finger schön weg vom Power-Off. Hauptfokus hierbei sind eure Adamantium-Werkzeuge.

Mit vier verschiedenen Fury-Attacks ausgerüstet begebt ihr euch auf euren langen und schwierigen Pfad. Hierzu gehört der Berserker Modus, welcher eure Kampfkraft für eine kurze Zeit enorm ansteigen lässt, die beiden Spin-Attacken, horizontal und vertikal, bei denen Ihr euch mit wilden Drehungen durch eure Gegner metzelt oder wahlweise, die letzte zu erwerbende Attacke, euch mit einem mächtigen Drehen wie eine Schraube in sie hinein rammt.

Nebst diesen Special-Moves, gibt es auch noch normale. Diese bestehen aus einer Kombination von leichten und schweren Schlägen. Daneben gibt es noch den Sprung-Angriff. Hier könnt ihr euch wie ein Raubtier in hohem Bogen und aus grosser Entfernung auf eure Beute stürzen und dieser anschliessend gleich den Gnadenstoss geben oder weit weg werfen. Hinzu kommen noch die Griffe, mit denen Ihr eure Gegner fest umschlingen könnt und Execution-Moves ausführt, indem ihr sie in einem naheliegenden Betonmischer, angespitzte Holzpfähle etc. werft oder einen Quick-Kill vollzieht, indem ihr wiederholt und im richtigen Moment die Angriffstaste drückt.

Jeder besiegte Gegner bringt euch Erfahrungspunkte, je nach dem wie viel Ihr schon von dem entsprechenden Typ erledigt habt, wie kreativ ihr dabei vorgegangen seid und welche Attacken ihr benützt habt. Habt ihr ein Mal genügend Punkte zusammen um einen Level aufzusteigen, so erwerbt Ihr Skill-Points und könnt diese in gewohnter Manie an die entsprechenden Orte, z. B. Energie, Angriffsstärke etc. verteilen. Nebst diesen Einstellungen habt ihr drei Slots zur Verfügung, welche ihr mit während dem spielen gefundenen Upgrades füllen könnt, solche wie z.B. erweiterte Gesundheitsbalken etc.


Grafik

Wie so viele Games heutzutage, so bedient sich auch X-Men Origins: Wolverine der Technologie der Unreal Engine aus dem Hause Epic Games. Und wer Gears of War kennt, dem ist bekannt wozu diese fähig ist. Dementsprechend wird er enttäuscht sein, wie der neuste Titel mit dieser Technologie sich optisch Präsentiert. Natürlich ist der neuste X-Men Titel auch hier all den anderen Spielen zu Filmen weit überlegen, und kann schon fast mit einem „normalen“ Spiel mithalten. Doch die teilweise wirklich zu eckigen Objekte, vor allem in dem Afrikanischen Jungle, fallen deutlich ins Auge.
Die Charakteren hingegen wurden mit einer unglaublichen Detailliebe gestaltet. So sehen sie wirklich wie den Schauspielern aus dem Gesicht geschnitten aus. Zusätzlich wollten sie den Aspekt der Heilung von Wolverine verdeutlichen. Jede Kugel, Klinge hinterlässt spuren auf eurer Figur, zerfetzt Kleider, Haut und Muskeln, hinunter bis auf das Adamantium-Skelett. Hab ihr nun nach dem Kampfe euch allen Kontrahenten entledigt, so könnt Ihr zusehen, wie Wolverines äusseres so langsam wieder in die ursprüngliche Form findet.

Die Idee ist wirklich gut und kam noch in keinem X-Men Spiel vor. Jedoch könnte es, wie viele andere Sachen, ruhig grafisch etwas ansprechender wirken. Es hat allgemein nicht viele Details, ausser jetzt bei den Charakteren. Wälder bestehen, z.B. nur aus Bäumen und dem Boden, Gegner sehen mehr oder weniger immer gleich aus, den Explosionen fehlen Partikeleffekte etc. Einzig das Blut hebt sich von der tristen grafischen Landschaft ab und strömt auch nicht zu wenig.

Wie gesagt ist und bleibt X-Men Origins: Wolverine ein Lizenzspiel und das sieht man ihm auch an. Grafisch kann man nicht zu viel verlangen, sondern muss sich einfach damit abfinden. Doch man hat ja das wirklich gelungene Gameplay welches über so manche Macken hinweg zutäuschen vermag.


Sound

Snikt! Und auf in den Kampf. Wo es schon mal einen Film gibt, da verleihen die Original-Schauspieler selbstverständlich auch ihren virtuellen Abbildern im Spiel ihre unverkennbaren Stimmen. Man hört es einfach heraus, wenn Hugh Jackman einen Spruch liegen lässt oder ein x-beliebiger Akteur. Doch nicht nur die Figuren kommen akustisch sehr gut rüber, sonder auch die Schusswechsel, Explosionen etc. welche viele grafische Mängel zu kompensieren haben.

Was hingegen nicht so optimal ist sind die ständig sich wiederholenden Kommentare der Gegner und die Geräusche bei einem Treffer etc. Ist man mal versteckt um sich während des Kampfes kurz zu heilen, was vor allem auf den oberen Schwierigkeitsstufen oft vorkommt, so machen diese immer einen kurzen Schritt, bleiben stehen schwafeln irgend etwas und immer so weiter. Passend zur K.I. welche etwa gleich dämlich ausgefallen ist. Doch der grosse Teil des Spieles ist musikalisch ordentlich untermalt.


Fazit

Nicht nur für Fans von Wolverine ist dieses Spiel etwas, sonder auch für Leute die Interesse an Hack’n Slay Spielen haben. Die fünf Levels bieten Abwechslung für rund 10 Stunden Spielzeit und die Challenges und das Level-System werden die Spieler auch noch nach dem Schluss fesseln. Mit X-Men Origins: Wolverine kommt ein Spiel, dass sich langsam den Fängen der schlechten Film-Umsetzungen zu entziehen vermag und überraschend gut daher kommt. Denn es macht einfach riesigen Spass mit Wolverine durch die feindlichen Linien zu ziehen.


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