| 29.04.2008, 17:23 Uhr · von HasuHasi |
Wer ihn noch nicht kennt, sollte zuerst den ersten Teil lesen.
Last but not least haben auch die Lebenshaltungskosten einen grossen Einfluss darauf, ob jemand die Laufbahn eines professionellen eSportlers einschlagen will oder nicht. Hier hat ebenfalls Europa den Kürzeren gezogen, insbesondere Westeuropa. Jedes Wochenende hat jeder Warcraft 3 Spieler die Gelegenheit im Zotac Cup 100-200 Euro oder im Excello Cup 250 Euro zu gewinnen. Gelingt das einem Westeuropäer, der für seinen eigenen Lebensunterhalt aufkommen muss, ist ein solches Turnierein nettes Taschengeld, doch reicht es nicht mal für die Miete. Jemand, der in Asien wohnt, kann aber von diesem Preisgeld fast einen Monat lang leben. Damit meine Angaben auch einen hermeneutischen Zugang haben, habe ich mich an der Studie Preise und Löhne der UBS orientert. Das relative Lohnniveau in Beijing beträgt 8.1% von dem in Zürich (Zürich wurde in der Studie als 100% der Lohnauszahlungen genommen). Schaut man sich die Liste weiter an stösst man auf Shanghai (10.5%), Moskau (19.1%), Hongkong (21.4%) und Seoul (35.8%).
Jemand der also in Asien oder Osteuropa sesshaft ist, gewinnt bei eSportturnieren verhältnismässig sehr viel "mehr" als ein Westeuropäer oder Amerikaner mit derselben Leistung. Ergo macht es für Erstere mehr Sinn, viel Zeit in ein solches Spiel zu investieren, da man, sofern man gut ist, die Chance hat, weit mehr Geld zu verdienen als mit einem normalen Job. Etwa die Spieler von ieS Bly, Sonik und Fav, die vermutlich an die 50-100 Euro pro Monat vom Clan bekommen, (unbestätigte Schätzung von mir :), dürften so ein recht gutes Geschäft machen, in Kiew ist das relative Lohnniveau im Vergleich zu Zürich bei 8.4% (und auf dem Land vermutlich nochmals ziemlich viel tiefer).
Nun gibt es natürlich auch in Westeuropa eSportler die es geschafft haben für eine begrenzte Zeit vom eSport zu leben. Gerade wer in Deutschland die EPS zweimal pro Jahr gewinnt, verdient nur schon daran ordentlich viel Geld. Daneben gibt es aber national nicht wirklich grosse Beträge zu gewinnen und international reicht es nur selten und sporadisch für einen Turniersieg. Zusammen mit Siegesprämien, Clansponsoring und den Preisen für kleinere Turniere kommt man optimistisch geschätzt auf etwa 22000€ pro Jahr. Diese setzen sich wie folgt zusammen:
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in warschau gemäss liste 30% kaufkraft von zürich, da lagen wir nicht weit daneben ... :)