Pressemitteilung des esb zum Bericht von Frontal21

29.04.2005, 08:38 Uhr · von [LF]Dave
Pressemitteilung des Deutschen eSport-Bundes (esb)
zum Bericht des TV-Magazins Frontal 21 vom 26.04.05


Berlin, den 28.04.2005


Der deutsche eSport-Bund (esb) wünscht sich im Namen seiner Mitglieder mehr
Dialogbereitschaft der ZDF-Sendung "Frontal21"




Im Rahmen seiner Sendung am 26.04. strahlte das ZDF-Magazin Frontal21 einen Beitrag
mit dem Titel "Gewalt ohne Grenzen - Brutale Computerspiele im Kinderzimmer" aus.
Die Kernaussagen des Berichtes lassen sich wie folgt zusammenfassen: PC- und
Videospiele machen aggressiv und die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK)
funktioniert nicht.



Der Deutsche eSport-Bund (esb) begrüßt ausdrücklich die gesellschaftliche
Auseinandersetzung mit PC- und Videospielen. Jedoch sind PC- und Videospiele keine
Gewaltdroge für Underdogs, wie das Frontal21 darstellt, sondern vielmehr ein weit
verbreitetes Massenmedium. Die Kernaussagen des Frontal 21-Beitrages können deshalb
nicht unkommentiert gelassen werden, da sie in wesentlichen Bereichen nicht der
Realität entsprechen. Der esb wünscht sich, dass die Redaktion der Sendung "Frontal
21" einen konstruktiven und sachlichen Dialog über das Thema sucht.



In der Anmoderation des Beitrages wird auf die "gespaltene" wissenschaftliche Sicht
"über die Folgen" hingewiesen. Im Film kommen dann aber nur die Experten zu Wort,
die einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Spielen und realer Gewalt sehen. So
heißt es im Beitrag: "Dass Gewaltspiele harmlos seien, dass wollen viele glauben
machen. Doch Wissenschaftler haben das nun widerlegt. Ihre Studien zeigen, die
Spiele machen gewaltbereit und aggressiv." Zur Untermauerung dieser These kommen
zwei Professoren zu Wort. Frontal21 verweist jedoch nicht darauf, dass andere
Untersuchungen zu anderen Ergebnissen kommen, wie beispielsweise Dr. Manuel Ladas in
seiner 2002 veröffentlichen Dissertation "Brutale Spiele(r)? - Wirkung und Nutzung
von Gewalt in Computerspielen"



Alleine der Verweis zeigt, dass eine allgemein gültige Aussage über die Wirkung von
Gewalt in Computerspielen nicht existiert.



An anderer Stelle im Beitrag von Frontal21 heißt es: "Die meisten Brutalspiele sind
nicht indiziert und dürfen frei verkauft werden". Hierdurch wird der Eindruck
erweckt, dass solche Spiele für Jedermann, also auch für Kinder und Jugendliche,
frei erhältlich sind. Nicht berichtet wurde, dass alle Computer- und Videospiele mit
einer Altersfreigabe der USK gekennzeichnet sein müssen und dementsprechend nur an
die vorgesehene Altersgruppe verkauft werden dürfen. Vielmehr erweckt der Beitrag
den Eindruck als sei die Mehrzahl der PC- und Videospiele jugendgefährdenden
Inhalts. Frontal21 sagt nicht, dass von allen im vergangenen Jahr von der USK
geprüften Spielen nur rund vier Prozent die Einstufung "ab 18 Jahre" und damit keine
Jugendfreigabe erhielten. Auch wird nicht erwähnt, dass ein erheblicher Teil der in
Deutschland verkauften Spiele Sport- oder Strategiespiele ohne jegliche
Gewaltdarstellung sind. Der Deutsche eSport-Bund distanziert sich nachdrücklich von
Spielen, die gewaltverherrlichende oder menschenrechtsverletzende Inhalte
wiedergeben.



Täglich messen sich Computerspieler in Ligen und Turnieren und tragen sogar Deutsche
Meisterschaften aus, und zwar nicht nur in Ego-Shootern, sondern vor allem in Sport-
und Strategiespielen. Der sportliche Charakter von PC- und Videospielen, oder besser
gesagt e-Sport, wurde im Film nicht einmal am Rande erwähnt. Der Bericht von
Frontal21 diffamiert einen großen Teil der Computerspieler und hilft nicht, die
Allgemeinheit objektiv zu informieren.



Wichtig ist dem esb, dass eine objektive Berichterstattung und Aufklärung
stattfindet und keine Feindbilder geschaffen werden. Die Games-Branche unternimmt
selbst sehr viel für die Aufklärung im Umgang mit PC- und Videospielen, aber im
Kinderzimmer hat auch sie wenig Einfluss - dieses obliegt den Eltern. Daher zählt
die Förderung von Medienkompetenz zu den wichtigsten Aufgaben der Gesellschaft. Es
ist gerade die Aufgabe eines öffentlich rechtlichen TV-Senders, Eltern zu
informieren und zu animieren, genau zu beobachten, womit sich ihre Kinder
beschäftigen. Das schließt alle Medien ein und darf sich nicht nur auf PC- und
Videospiele erstrecken. Kinder kommen heutzutage unweigerlich mit Massenmedien und
damit auch mit PC- und Videospielen in Berührung. Eltern kennen die Spiele und Filme
meist nicht und scheinen damit überfordert zu sein. Als Folge werden Kinder allzu
oft mit ihrem Medienkonsum allein gelassen.



Die Art der Berichterstattung von Frontal21 hilft niemandem, am allerwenigsten
den Jugendlichen, für die wir alle eine Verantwortung haben. Der Deutsche
eSport-Bund fordert deshalb von Frontal21 eine zeitgemäße und objektive
Berichterstattung.
0 pts#1: VALLEYcala candineN @ 29.04.05 08:58
^^
0 pts#2: G-News @ 29.04.05 08:58
Das Problem hiermit ist doch, dass das Thema Medienwirkung im Bereich Computerspiele so komplex und grösstenteils nicht erschöpfend erforscht ist, dass es einer Sendung wie Frontal21 schon alleine von der Sendezeit her unmöglich wäre, das Thema gebührend zu beleuchten.
Eine Sendung die den nötigen Tiefgang hätte wäre bestenfalls auf Arte denkbar, aber niemals auf einem öffentlich rechtlichen neo-journalistischen Magazin der unteren Mittelklasse.
0 pts#3: antion @ 29.04.05 09:11
Ich glaub nicht, dass das was nützen wird.
Das wird wieder vertuscht als sei nichts gewesen, bis es wieder in einem jahr aktuell wird.
Das Fernsehen hat sein Motto "Informieren" schon lang aufgegeben.
Jezt heisst es "Manipulieren".

Das ist meine Meinung
0 pts#4: [deleted] @ 29.04.05 09:15
eifach geil gschrebe :)
0 pts#5: m4nga is funky @ 29.04.05 09:21
naja
ob die vo ZDF nomol es sendig werdet mache.. weiss ja ned wie die ischaltquote gsi sind!
0 pts#6: sra @ 29.04.05 10:10
fend de text voll ned geil.
esch eifach ned guet (oder emu ned überragend) gschriebe, und hed sogar no rechtschriebefehler (dass - das).
0 pts#7: reS!.1A | blAke @ 29.04.05 11:16
naja, de tegscht esch wohr, das zellt...
0 pts#8: spYreX @ 29.04.05 16:31
thx
0 pts#9: vigi @ 29.04.05 19:40
kennt öber no christina stürmer.. hrhr
Aktuelle News
04.05.2010 Starcraft 2 kommt